Das vierteljährlich erscheinende Journal of PaperConservation ist eine der führenden internationalen peer-reviewten (Begutachtung durch unabhängige Experten) Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut auf Papier. Neben wissenschaftlichen Publikationen enthält die Zeitschrift viele praxisnahe Beiträge, Informationen über neue Materialien und Geräte, laufende Projekte, Zusammenfassungen rezenter Abschlussarbeiten der internationalen Restaurierungsausbildungen, sowie Berichte über die Arbeit der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren (IADA).

 

 

 

 

 

 

DÜRER’S FRÜHE MEISTERZEICHNUNGEN

Eine technologische Analyse seiner Tinten und Papiere

Autoren: Georg Dietz, Iris Brahms, Thomas Eser (www.gnm.de), Oliver Hahn

 

Zusammenfassung: In einem von der DFG geförderten Forschungsvorhaben wurden 47 frühe Blätter Albrecht Dürers mit brisantem kunsthistorischem Interpretationsstand hinsichtlich der Zusammensetzung der Zeichenmittel untersucht. Unter Frühwerk werden hierbei jene Zeichnung verstanden, die vor Dürers zweiter italienischen Reise (1505-07) entstanden sind. In Zeichnungen mit naheliegenden entstehungsgeschichtlichen Zusammenhängen wie die Motivserie der „Kostüme“ konnte die Verwendung identischer oder einheitlich zusammengesetzter Zeichenmittel bzw. ähnlicher oder gleicher Papiere nachgewiesen werden. Bei anderen frühen Zeichnungen von ebenso hoher bildlicher Einheitlichkeit wurden hingegen mehrere Zeichenmittel gleichen Typs (d.h. unterschiedliche Eisengallustinten), aber auch unterschiedlichen Typs (sowohl Eisengallustinten als auch Rußtuschen), und sogar offensichtliche Ausmischungen von Tinte und Tusche) nachgewiesen. Die „optische Einheitlichkeit“ einer Zeichnung lässt also keineswegs immer auf ein einziges Zeichenmittel schließen. Ebensowenig verweisen Farbtondifferenzen in einer mit Eisengallustinte ausgeführten Zeichnung zwingend auf unterschiedliche Zusammensetzungen der Tinten, da hier Alterungsphänomene Berücksichtigung finden müssen. Sammlungsübergreifende Vergleiche sind wegen einer unterschiedlichen Aufbewahrungs- und Restaurierungsgeschichte oft schwierig. Bei der Wasserzeichendatierung ist der Verweis auf die von Meder und Strauss gebildeten „Gruppenvertreter“ aus heutiger Sicht unzureichend summarisch, da solche Wasserzeichengruppen oft Einzelwasserzeichen aus mehreren Jahrzehnten zusammenfassen. Argumentiert werden sollte vielmehr mit dem individuellen Wasserzeicheneinzelabgleich anhand aktueller Wasserzeichendatenbanken.

 

RÄUMLICHE KARTIERUNG ZUR LICHTBELASTUNG

Ein Planungswerkzeug zur Begrenzung von Lichtschäden in Ausstellungsflächen mit Tageslicht

Authorinnen: Birgit Vinther Hansen, Henriette Berg, Marie Vest, Hanne Karin Sørensen

 

Zusammenfassung: Die Abteilung Bestandserhaltung der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen wird schon seit langem bei Ausstellungstätigkeiten einbezogen. Bislang beschränkte sich ihr Eingreifen auf ausgewiesene Ausstellungsräume und – in Absprache mit den Restauratoren – auf den Austausch der Exponate nach Ablauf vorgegebener Fristen. In jüngster Zeit wurden zusätzliche Ausstellungsflächen für kurzfristige Ausstellungen eingeplant, die teilweise durch Tageslicht beleuchtet sind. Die Licht- und UV-Belastung in diesen Ausstellungsflächen schwankt sehr stark, ebenso unterscheiden sich auch die ausgestellten Exponate in ihrer Lichtempfindlichkeit. Um die Risiken für lichtinduzierte Schäden innerhalb der neuen Ausstellungssituation besser abschätzen zu können, wurde ein Werkzeug entwickelt, das Kuratoren und Ausstellungsplanern die Entscheidungsfindung erleichtert. Ziel ist es, ausstellungsfähige Objekte für die Tageslichtsituation zu identifizieren sowie die maximale Ausstellungsdauer für jeden Bereich des Gebäudes festzulegen, um das Risiko eines gerade noch wahrnehmbaren Lichtschadens zu minimieren. In die Kartierung der Ausstellungsflächen flossen meteorologische Daten zur durchschnittlichen Lichteinstrahlungsdauer in Abhängigkeit von der Jahreszeit ebenso ein wie die lokal ermittelten maximalen Beleuchtungsstärken und die Lichtempfindlichkeit bestimmter Materialgruppen gemessen am ISO Blauwollstandard. Die daraus resultierende Kartierung der Ausstellungsflächen ermöglicht einen leicht verständlichen Überblick, über welche Dauer eine bestimmte Materialgruppe an einer definierten Stelle ausgestellt werden kann, bevor ein wahrnehmbarer Lichtschaden eintritt. Die Berechnungen und die Kartierung fanden großes Interesse und Akzeptanz, da sie Kuratoren ein hilfreiches Werkzeug an die Hand gibt, um die Auswirkung schädlicher Lichtstrahlung besser einschätzen zu können. Anstelle von generellen Einschränkungen können Kuratoren und Restauratoren zusammenarbeiten, um Schadensrisiken für lichtempfindliche Ausstellungsobjekte zu erkennen und präventive Maßnahmen durchzuführen.

 

RESTAURIERUNG VON THEATERBÜHNENMODELLEN

Über die Restaurierung von Objekten aus der Sammlung „Darstellende Künste“ an der Französischen Nationalbibliothek

Authorin: Lucile Dessennes

 

Zusammenfassung: Der Sammlungsbereich für Dokumente der Darstellenden Künste an der Französischen Nationalbibliothek (BNF, Paris) beherbergt eine große Anzahl an Bühnenmodellen vom Ende des 19. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie sind meist aus durchbrochenen Papieren und Kartons gefertigt und mit Temperafarben koloriert. Sie sind extrem fragil, selbst nach ihrer Festigung. Gerade die dreidimensionalen Modelle, die meist über eine Dauer von drei bis sechs Monaten ausgestellt werden, stellen den Restaurator vor grundlegende Herausforderungen. Spezielle Techniken und Konservierungsmethoden wurden entwickelt, um die fragile Struktur zu stabilisieren und Spannungen zu reduzieren. Das Restaurierungsatelier für Graphik und Modelle, das 2004 eingerichtet wurde, hat sich auf die Restaurierung solcher Objekte spezialisiert. Seit nun fast zehn Jahren beschäftigt sich das Atelier mit technischen und ethischen Fragestellungen, die speziell bei Objekten und Dokumenten aus den Darstellenden Künsten zu finden sind. Trotz der Vielfalt der zu restaurierenden Objekte war es möglich, eine grundlegende Methode zur stabilen Präsentation der Modelle festzulegen sowie verschiedene Konsolidierungsmöglichkeiten und ein Aufbewahrungsprotokoll zu entwickeln. In diesem Bericht werden einige der entwickelten Lösungsansätze beschrieben und Probleme dargestellt, mit denen man beim Umgang mit Zeitdokumenten der Darstellenden Künste unausweichlich konfrontiert wird.

 

 

REDAKTION

Übung macht den Meister, Jana Drevíkovská

 

IADA NEWS

 

IADA WEBSEITE:

Mitglieder-Such-Funktion, Deutsche Beiträge für  ‘Journal of PaperConservation' Renate Mesmer

 

Meet Your Fellows Member

  

PROJEKTE

 

Making Books Stand Up and Stand Out: New Methods of Displaying Books in an Upright Format (Debra Evans, Victoria Binder)

 

DEGREE WORKS

Conservation, Preservation and Storage of Fans: A Concept for the Fan Collection, Castle Friedenstein in Goth, Josefine Werthmann

(Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)

 

> Zur Einreichung von Master-Thesis Degree Arbeiten im Bereich Buch-, Papier- und Fotokonservierung und -Restaurierung, wenden Sie sich bitte an Istvan Kecskemeti