Geschichte

Der Anstoß zur Gründung einer Vereinigung von Papierrestauratoren ging von den Archiven aus. Auf der Archivtechnischen Woche in München wurde von den Restauratoren, die in Archiven arbeiten, am 28. Februar 1957 die AdA (Arbeitsgemeinschaft der Archivrestauratoren) gegründet.

Die AdA hatte sich von Anfang an folgende Ziele gesetzt:
a) Die Pflege eines festen kollegialen Zusammenhaltens der Restauratoren und ihrer Mitarbeiter.
b) Die Förderung des Nachwuchses, die fachliche Fortbildung der Restauratoren und die Pflege des Erfahrungsaustausches.
c) Die Vertretung der beruflichen Interessen.

Die Fortschritte der Restaurierungswerkstätten außerhalb der Bundesrepublik hatten sehr bald gezeigt, daß man nicht auf dem einmal erworbenen Wissensstand stehenbleiben und auf national entwickelten Methoden beharren konnte. Die ständige Erweiterung des Fachwissens ist nötig, und der Anschluss an das Niveau anderer Restaurierungswerk- stätten konnte nur durch regelmäßigen Kontakt und Erfahrungsaustausch erreicht werden.  Die Folge war, dass sich im Laufe der Jahre neben den Archivrestauratoren auch die Bibliotheks- und Graphikrestauratoren und -restauratorinnen der Arbeitsgemeinschaft anschlossen. Gleichzeitig konnten immer mehr Kollegen aus den umliegenden Ländern für einen Zusammenschluß gewonnen werden. Seit 1967führt die AdA nun die noch heute verwendete Bezeichnung: "Internationale Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren".

Der Zusammenschluß hatte auch seine Wirkung auf das Arbeitspro- gramm des ersten Internationalen Restauratorentages 1967 in Freiburg, Basel und Zürich. Hier ergab sich erstmals Gelegenheit zu einem für die weitere Entwicklung wichtigen Erfahrungsaustausch zwischen dänischen, österreichischen, schweizerischen und deutschen Restauratoren. In vielen Gesprächen konnten die Teilnehmer Erfahrungen austauschen, neue Arbeitsweisen kennenlernen und ihr Wissen erweitern.

Angeregt durch den guten Erfolg konnten weitere Kongresse geplant und durchgeführt werden. So fand der zweite Internationale Restauratorentag 1971 in Wien und Budapest statt. Zum dritten Restauratorentag lud 1975 Kopenhagen als Gastgeber ein. Dem folgte dann der vierte Internationale Restauratorentag über die Dauerhaftigkeit von Papier 1979 in Göttingen. 1983 waren die Königliche Bibliothek und das Staatsarchiv in Den Haag Ausrichter des fünften Restauratorentages. Der sechste Internationale Restauratorentag fand 1987 in Berlin statt, der siebte IADA-Kongreß wurde 1991 in Uppsala ausgerichtet. Zum achten Restauratorenkongreß der IADA wurde 1995 nach Tübingen eingeladen, 1999 war schließlich wieder Kopenhagen Gastgeber. Der zehnte IADA-Kongreß fand 2003 in Göttingen statt. 2007 war Wien an der Reihe der Gastgeber und schließlich 2011 Bern. Der dreizehnte Kongress ist für 2015 in Berlin geplant.

Bereits bei der Gründung wurde beschlossen, ein Mitteilungsheft herauszugeben. Die ersten Hefte, die in unregelmäßiger Folge und in vervielfältigter Form erschienen, waren zwar bescheiden, brachten aber bereits wesentliche Fortschritte. Diese Mitteilungen bewirkten einen Mitgliederzuwachs, und bald konnte regelmäßig in jedem Quartal ein Heft erscheinen. 1968 wurden dann die Mitteilungsblätter im Offsetdruck und in handlicher Form präsentiert und bis 1975 imSelbstverlag betrieben. Da es aber noch Schwierigkeiten im redaktionellen Teil, z.B. bei der Bebilderung, gab, wurde 1975 beschlossen, die Mitteilungen von 1976 an als Bestandteil der "Maltechnik-Restauro" erscheinen zu lassen. Seit dem Jahr 2000 erschienen nun die IADA-Mitteilungen sechsmal jährlich mit einem Jahrbuch und ab 2002 vierteljährlich als selbständige Fachzeitschrift"PapierRestaurierung". Die IADA-Mitteilungen sind nun seit fast vier Jahrzehnten ein lebendiges Informationsmittel für die Mitglieder und ein Forum für Restauratoren und Fachwissenschaftler.

Wegen der steigenden Mitgliederzahlen wurde 1971 der Vorstand auf acht, wenig später auf zehn Personen erweitert, um dem Vorstand ein breites, dem Mitgliederstand angemessenes Spektrum zu geben und die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Wenn auch die Arbeitsgemeinschaft überwiegend von Restauratoren aus dem deutschsprachigen Raum getragen wird, so zählt sie doch heute unter ihren über 600 Mitgliedern auch viele aus insgesamt 27 Ländern.

Von der IADA gingen wichtige Impulse aus. Gerade weil es in Deutschland noch immer kein verbindliches Berufsbild und keinen gesetzlichen Schutz der Bezeichnung "Restaurator" gibt, ist es eine wichtige Aufgabe, das gemeinsame Interesse aller mit der Restaurierung Beschäftigten an der Lösung dieser Probleme wachzuhalten. Um diese Ziele auch auf nationaler und internationaler Ebene nachhaltig vertreten zu können, hat sich die IADA 1991 der Europäischen Vereinigung der Restauratorenverbände (E.C.C.O.) und 1995 der Vereinigung Deutscher Restauratorenverbände (VDR) angeschlossen. Allerdings fusionierte die IADA im Jahre 2001 nicht mit den deutschen Verbänden und behielt auf Mehrheitsbeschluss ihrer Mitglieder ihren eigenständigen Status als internationale Arbeitsgemeinschaft für Graphik-, Papier- und Buchrestauratoren.

Innerhalb der nunmehr über 50jährigen Tätigkeit der IADA hat sich auch eine Verlagerung der Schwerpunkte des Berufs vollzogen: Stand früher die Restaurierung im Vordergrund, wird heute der Konservierung eine steigende Bedeutung eingeräumt - haben doch Erfahrungen gezeigt, daß optimale Aufbewahrungsbedingungen und überlegte Konservierungsmaß- nahmen dazu beitragen können, daß manche Restaurierung unterbleiben kann. Angesichts der technischen Entwicklung muß immer wieder die Forderung nach bestmöglicher Ausbildung der Restauratoren erhoben werden. Es geht nicht an, daß das Kunst- und Kulturgut dem Verfall preisgegeben oder durch unsachgemäße Restaurierungen zerstört wird, nur weil nicht genügend Mittel und kein ausreichend geschultes Personal für die Pflege und Erhaltung dieser Kostbarkeiten zur Verfügung stehen.